Karl Kübel Schule
04.02.2026

Zwischen Leben und Tod: Ein „Crashkurs“, der unter die Haut geht 

22.01.26. Rettungswagen, Polizeiautos und sogar ein Leichenwagen auf dem Schulhof – schon die ersten Sekunden machten deutlich, dass dieser Tag an der Karl Kübel Schule kein gewöhnlicher Schultag sein würde. Für die 12. Klassen der Fachoberschule und des Beruflichen Gymnasiums stand das Präventionsprojekt „Crashkurs“ auf dem Programm, das junge Menschen eindringlich mit den realen Folgen von Verkehrsunfällen konfrontiert. […] Verkehrsunfälle sind keine abstrakten Zahlen, sondern bedeuten Blaulicht, Sirenen, Verletzte, Tote und Familien, deren Leben sich von einem Moment auf den anderen unwiderruflich verändert. 

Hintergrund des Projekts sind alarmierende Statistiken: Jeder fünfte Verkehrsunfall wird von Fahrern und Fahrerinnen unter 25 Jahren verursacht. […] 

Ein Verkehrsunfall endet nicht an der Unfallstelle 

Der Tag begann mit einer gemeinsamen Veranstaltung im Kino, bevor sich die Schülerinnen und Schüler in 16 verschiedene Workshops aufteilten. Vertreterinnen und Vertreter der sogenannten Rettungskette – Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Pflege, Notfallseelsorge und Bestattungswesen – berichteten aus ihrem Berufsalltag. Dabei wurde schnell klar: Ein Verkehrsunfall endet nicht an der Unfallstelle. […] Besonders eindrücklich wurde das beim Workshop „Zwischen Leben und Tod – die Geschichte hinter einem Unfall“ mit Maximilian Billino. Der heute 23-Jährige stand als Unfallopfer vor den 12. Klassen und berichtete offen, direkt und ohne Beschönigung von dem Tag, an dem sich sein Leben schlagartig veränderte. 

Mit 21 Jahren war er mit dem Motorrad unterwegs […] Dann fuhr ein Autofahrer aus einer Seitenstraße heraus, überquerte mehrere durchgezogene Linien und eine Barriere – alkoholisiert, wenn auch „nur“ nach zwei Bieren – und kollidierte seitlich mit ihm. Was viele im Raum schockierte: Laut Unfallgutachten betrug die Geschwindigkeit beim Aufprall lediglich rund 30 km/h. Trotzdem waren die Folgen katastrophal. Billino erlitt 21 Knochenbrüche, darunter mehrere Rippen und Nackenwirbel, seine Lunge wurde durchbohrt, schwere Kopfverletzungen kamen hinzu. Sein Herz blieb stehen. […] Acht Minuten lang wurde er reanimiert. 

[…] 

Als er schließlich zu sich kam, begann ein langer und schmerzhafter Weg zurück ins Leben. Er musste sprechen, laufen, greifen und sitzen komplett neu lernen. […] Auch die langfristigen Folgen schilderte er eindringlich. Schwere Nervenschäden, ein kaum belastbares Handgelenk, eingeschränkte Beweglichkeit, chronische Schmerzen – viele Dinge, die für andere selbstverständlich sind, bedeuten für ihn tägliche Anstrengung. Sport, Motorradfahren und berufliche Träume musste er aufgeben oder neu definieren. Nur durch Disziplin und einen enormen Willen sei es ihm gelungen, wieder ein annähernd selbstständiges Leben zu führen. 

„Ich habe mich nie aufgegeben“ 

Besonders bewegend war auch sein Blick auf die Angehörigen […] „Ein Unfall betrifft nicht nur das Opfer selbst, sondern ganze Familien, Freundeskreise, Einsatzkräfte und Helfende“, erklärt er. Hass oder Wut gegenüber dem Unfallverursacher habe er nie verspürt, vielmehr habe er vieles verdrängt, um weiterkämpfen zu können. Dabei betonte er vor allem eines: „Ich habe mich nie aufgegeben.“ 

[…] 

Zum Ende seines Workshops machte er eindringlich auf ein Risiko aufmerksam, das ihm besonders wichtig war: Übermüdung und Sekundenschlaf […] Die Stimmen der Schülerinnen und Schüler reichten von „schon heftig“ über „sehr berührend“ bis hin zu „bewundernswert“ und „sprachlos“ – Worte, die zeigten, wie tief der Crashkurs Eindruck hinterlassen hatte. 

Dies ist ein gekürzter BA-Artikel vom 22.01.2026, vollständig abrufbar unter diesem Link. 

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